Technologien des Spektakels
| Authors | |
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| Publication date | 2016 |
| Host editors |
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| Book title | Transmediale Genre-Passagen: Interdisziplinäre Perspetiven |
| ISBN |
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| Series | Neue Perspektiven der Medienästhetik |
| Pages (from-to) | 43-70 |
| Publisher | Wiesbaden: Springer VS |
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| Abstract |
Mit dem vorliegenden Artikel möchte ich den Vorschlag unterbreiten, über transmediale Genre-Passagen aus der Perspektive des Spektakels nachzudenken. Denn der Begriff des Spektakels eignet sich meines Erachtens einerseits zur Analyse und Beschreibung verschiedener Massenmedien wie Film, Radio, Theater und Fernsehen, andererseits schließen eben diese Medien spektakuläre Praktiken mit ein. In vielen Fällen ist die Popularität dieser Medien eben mit diesen Praktiken und den durch sie und mit ihnen herausgeformten Genres wie zum Beispiel der Grand Opera, der Comedy, dem Musical oder auch dem Western verbunden. Das Spektakel „passiert" also Medien und Genres einerseits und umspannt sie andererseits. In Auseinandersetzung mit dem gegebenen Thema möchte ich infolgedessen das Spektakel als Episteme und als Praktik in Anschlag bringen. Als Episteme - so die zu entwickelnde These - birgt das Spektakel ein Wissen um die Voraussetzungen und Strukturen transmedialer Genre-Passagen. Als Praktik bildet es diese aus. Spektakuläre Praktiken werden hier als Verfahrensweisen definiert, in denen das Spektakel im Sinne von Produktion (poesis) und Handlung (praxis) fungiert und ein bestimmtes praktisches Wissen oder Know how (techne) von diesen Praktiken voraussetzt. Episteme hingegen bezieht sich auf ein theoretisches Wissen, das seine eigenen Produktionsbedingungen kennt. Spektakel wird in diesem Sinne im Folgenden auch als „fundamentaler Code einer Kultur" oder einer historischen Epoche begriffen, „der ihre Sprache, ihre Wahrnehmungsschemata, ihren Austausch, ihre Techniken, ihre Werte" (Foucault 1994, S. 22) beherrscht. Durch diese gleichsam doppelte kategoriale Operation wird es möglich, bestimmte Darstellungsformen über Medien- und Genregrenzen hinaus als Spektakel zu konzeptualisieren und dessen Praktiken durch Medien und Genres hindurch - im Sinne von Passagen - zu verfolgen, zu analysieren und zu vergleichen. Dabei versteht es sich von selbst, dass das Verständnis dessen, was ein Spektakel überhaupt ist, genauso historisiert werden muss, wie die besonderen Bedingungen und Wirkungen spektakulärer Praktiken. Im Folgenden werden insbesondere die Bedingungen der Technologien, die das Spektakel ab der Schwelle zur Moderne im ausgehenden 18. Jahrhundert konstituieren, einer genaueren Betrachtung unterzogen. Diese Betrachtung schließt eine Kritik des Spektakels, wie sie von Guy Debord geleistet wurde, als Kritik an der modernen Mediengesellschaft mit ein.
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| Document type | Chapter |
| Language | German |
| Published at | https://doi.org/10.1007/978-3-658-09426-3_2 |
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