Mehr Behandlungen, aber nicht weniger Angst- und affektive Störungen Warum? Sieben Hypothesen und ihre Bewertung
| Authors |
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| Publication date | 2025 |
| Journal | Verhaltenstherapie |
| Volume | Issue number | 34 | 3-4 |
| Pages (from-to) | 129-138 |
| Number of pages | 10 |
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| Abstract |
Affektive und Angststörungen sind nicht nur weit verbreitet und für viele funktionelle Einschränkungen verantwortlich [1], sondern haben auch eine Prävalenz von etwa 10% in westlichen Ländern, die seit den 1970er-Jahren trotz der Entwicklung evidenzbasierter Behandlungen nicht zurückgegangen ist, wie epidemiologische Studien zeigen [2‒8]. Die Prävalenz bezeichnet den Prozentsatz der Erwachsenen in der Allgemeinbevölkerung, welche die diagnostischen Kriterien in einem definierten Zeitraum erfüllen, in der Regel die 30 Tage (Punktprävalenz) oder 12 Monate (12-Monats-Prävalenz) vor der Untersuchung, unabhängig von möglichen früheren Episoden.
Im scharfen Kontrast dazu haben mehrere Studien einen erheblichen Anstieg der Ausgaben für die Versorgung psychischer Erkrankungen und der Behandlungsraten in westlichen Ländern gezeigt [9‒15]. Die Evidenz zu erhöhten Behandlungsraten stammt sowohl aus Allgemeinarztpraxen [16‒18] und landesweiten Morbiditätserfassungen [19, 20] als auch aus wiederholten bevölkerungsbezogenen Erhebungen [8, 21]. Der Anstieg der Behandlungsraten wurde durch die Einführung einer neuen Klasse von Medikamenten in den 1980er-Jahren unterstützt, den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, die von der Pharmaindustrie aggressiv vermarktet wurden [22]. Darüber hinaus wurde eine Reihe evidenzbasierter psychologischer Behandlungen für Menschen mit affektiven und Angststörungen eingeführt. |
| Document type | Review article |
| Note | In vol. 34, iss. 3-4 (2024), © 2025. |
| Language | German |
| Published at | https://doi.org/10.1159/000542334 |
| Other links | https://www.scopus.com/pages/publications/86000534188 |
| Downloads |
000542334
(Final published version)
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